Mittwoch, 24. April 2019

Jazzband State Festival

Hallo ihr Lieben!
unsere live Reaktion 
völlig müde bin ich gerade nach Hause gekommen, denn heute war kein gewöhnlicher Wochentag! Heute war das Jazzband State festival Arizonas. Um halb fünf in der frühe wurde ich von einem Freund aufgegabelt, und gemeinsam haben wir dann noch alle restlichen Trompetenspieler abgeholt. auf dem Weg zum McDonalds drive-thru (für den Kaffe) und anschließend zur Schule wurde Jazz gehört und mit gesummt. Das war zwar neu für mich, aber genossen habe ich es dennoch. Dann ging es nach Mesa, was circa ein einhalb Stunden von meiner Schule entfernt liegt. Innerhalb des Performance Centers des Colleges in Mesa haben dann über den Tag verteilt unterschiedlichste Schulbands aus ganz Arizona vor der Jury vorgespielt. Einen "Gewinner", wie man es aus dem Sport kennt, gab es nicht, jedoch hat jede Band eine Bewertung bekommen. Und jetzt kommts-

dieses Jahr hat unsere Schulband Schulgeschichte geschrieben: das erste mal überhaupt haben wir die Bewertung "superior with distinction" erhalten, die höchst zu vergebendste Auszeichnung! Wir haben  uns diese Bewertung mit nur zwei anderen Schulen aus ganz Arizona geteilt! Zusammen sind wir nach der Auszeichnung in eine "clinic" gegangen, das ist eine Unterrichtsstunde mit einem der Jury Mitglieder (meist ein Musikprofessor), in der intensiv vertieft und neues gelernt wird. Dort habe ich viel gelernt und realisiert, dass ich die Jazz Musik zu lieben begonnen habe und vor allem meine Band.
Jetzt geht es für mich aber erst einmal ins Bett!

Samstag, 6. April 2019

sweet 16

Hallo mal wieder,
Juhu- endlich 16! Am 27.3. habe ich mein 17. Lebensjahr begonnen und ich würde euch gerne davon berichten. Am Mittwoch, meinem eigentlichen Geburtstag wurde ich mit Blumen und meinen liebsten Süßigkeiten im Badezimmer morgens überrascht. Es war ein ganz normaler Schultag, bis zu meinem Leichtathletikwettkampf der nach dem Schulschluss stattgefunden hat. Mein Coach wusste von meinem Geburtstag und hat mir einen kleinen Kuchen gebracht und hat eine Stadiondurchsage gemacht und alle aufgefordert mir ein Geburstagsständchen zu singen. Das war sehr unerwartet und hat mich unglaublich gerührt. Ich habe niemandem wirklich von meinem Geburtstag erzählt und das hat meinen Tag wirklich unvergesslich gemacht. Nach einem relativ erfolgreichen Wettkampf bin ich mit meinen Gasteltern und einem guten Freund zu meinem neuen Lieblingsrestaurant Chipotle gegangen und haben anschließend noch ein Eis geschlotzt. Völlig erschöpft und glücklich bin ich dann zu Hause ins Bett gefallen. Der große Tag war dann allerdings der Sonntag. Als Geschenk von meinen Gasteltern habe ich nämlich eine Geburtstagsfeier organisiert bekommen in einem großen "Spaßpark" mit Bowlingarena, Spielehalle und Lasertag. Meine 10 liebsten Freunde haben sich die Zeit genommen und gemeinsam haben wir gegessen, gebowlt und gefeiert. Meine Gasteltern haben super viel in die Feier investiert und das hat mich unglaublich gefreut. Alles war dekoriert in Rosegold und weiß, meine liebste Farbkombination und große Luftballons in der Form einer 16 hat über den kleinen Burgern und Cupcakes geprangt.  Ich hatte super viel Spaß, nur ist mir auch aufgefallen, wie sehr ich das alles ja vermissen werde. Meine ganzen Freunde, die Familie, das ist wie ein zweites Zuhause geworden.
Ich freue mich jetzt auf die nächsten Wochen und was diese so für Erlebnisse bereithalten- denn da kommen einige auf mich zu.
Bis dann
Clara

Sonntag, 17. März 2019

New York, die Stadt, die niemals ruht

Und hier ist er: ein Blogeintrag, von dem ich schon immer geträumt habe.
Wer mich gut kennt, weiß, dass neben meinem Bett in Deutschland ein riesiges Wandgemälde ist, welches mein absolutes Traumziel in den Vereinigten Staaten abbildet: New York. Schon immer habe ich davon geträumt, die riesigen Wolkenkratzer und das unglaubliche Getümmel an Leuten selbst zu erleben und das ist nun in Erfüllung gegangen. Ich werde nun versuchen in Worte zu fassen, was ich in diesem einen Tag unglaubliches alles erlebt habe.
Relativ früh morgens haben wir uns auf die Autofahrt begeben, die in Staten Island endete, einem Städtchen auf dem gegenüberliegenden Ufer Manhattans. Mit einer Fähre ging es dann vorbei an der Freiheitsstatue und direkt nach New York. Mein erstes Erlebnis dort war dann eine Fahrt mit der U- Bahn, die sehr an die U-Bahn Londons erinnert. Unser erster Stop war das 9/11 Memorial. Die beiden riesigen Schluchten mit eingebauten Wasserfällen, die an das Attentat vom elften September 2001 erinnern sollen, haben mir Gänsehaut am gesamten Körper gebracht. Am Geländer sind die ganzen Namen derjenigen eingraviert, denen ihr Leben an diesem schrecklichen Tag genommen wurde. Da wird einem dann erst Mals das eigentliche Ausmaß bewusst, da die Schluchten riesig sind und die Namen auch nicht aufzuhören scheinen. Auch sehr rührend ist, dass wenn einer der Verstorbenen Geburtstag hat, wird eine weiße Rose auf den Namen gelegt. Dadurch liegt jeden Tag irgendwo eine Rose.
Danach sind wir dann die Wall Street entlang gelaufen, die zahlreiche Kreditinstitute, sowie die weltgrößte Weltpapierbörse, den New York Stock Exchange beherbergt. Nach einem Selfie mit der Statue George Washingtons, sind wir dann die gesamte Brooklyn Bridge entlang gens Brooklyn gelaufen. Die Architektur lässt einen schon staunen, jedoch ist der anschließende Rückblick auf Manhattan einfach Atem beraubend. Am Ufer der anderen Seite haben wir dann einfach in der wärmer werdenden Frühlingssonne den Ausblick genossen und fleißig Bilder geschossen.
Neben dem Madison Square Garden, einer riesigen Mehrzweckhalle, die auch unter dem Namen "das Mekka des Basketballs" bekannt ist, haben wir dann zu Mittag in einer gar nicht touristischen Pizzeria gegessen. Ich habe eine Honig, Haselnuss Pizza mit Käse gegessen, was erstaunlicherweise unglaublich gut geschmeckt hat.
Als kleines Dankeschön habe ich meinen Gasteltern dann das Ticket auf das Empire State building gekauft, da ich mir diesen Ausblick auf keinen Fall entgehen lassen wollte. In Sekunden ging es die 86 Stockwerke nach oben und trotz Gittern und Zaun wurde mir auf der Spitze trotzdem ziemlich schwummrig beim Blick in die Tiefe.
Wieder zurück auf dem Boden sind wir zur Grand Central Station gefahren, eine Bahnhofstation, die Weltweit die meisten Gleise bürgt. Einen kleinen Insider tipp gibt es hier von mir: Man nehme an der großen Uhr eine Linkskurve, in den ersten Stock vor der "Oyster Bar" und stelle sich in den Diagonalen Ecken mit einem Partner und beginnt dann in die Ecken zu flüstern. Die Architektur dieses Gewölbes erlaubt es den anderen zu hören- interessant und witzig.
Mit einem großen Cookie sind wir dann zur großen Bibliothek New Yorks gelaufen, um die vielen Bücher und den tollen Bau zu bewundern.
Zum Verdauen sind wir dann durch den Central Park gelaufen, der unglaublich riesig ist und einen in dem Schein trügt in einer Millionenstadt zu sein. Da die Füße ziemlich schwer wurden mussten wir dem Tag langsam ein Ende geben, jedoch wurde mir mein Wunsch, den Times Square zu sehen noch erfüllt.
Völlig erschöpft sind wir dann wieder ins Hotel nach Philadelphia gefahren.
Ich bin super dankbar, während meinem Auslandsjahr so viele Ecken Amerikas kennenzulernen. Mit New York hätte ich definitiv niemals gerechnet, deshalb bin ich nur umso glücklicher für die vielen schönen Momente.

Mal sehen ob das noch zu toppen ist,
bis dann
Clara
(der Countdown läuft, nur noch 94 Tage)

Freitag, 15. März 2019

Philadelphia- die Stadt der brüderlichen Liebe


Hallo ihr Lieben,
völlig erschöpft, super glücklich und mit vielen tollen Erinnerungen bin ich gestern von unserem 6 tägigen Trip in den Osten der Vereinigten Staaten heimgekehrt. Vergangenen Freitag ging es mit dem Flugzeug vier Stunden lang quer über die USA mit dem Ziel Philadelphia, der Geburtsstadt des Landes. Aufgrund der Zeitverschiebung war es schon Mitternacht, als wir angekommen sind, jedoch waren unsere Bäuche ziemlich leer und somit war mein erstes Erlebnis ein Selbstkreierter Sandwich einer Tankstelle namens "Wawa". Wie es sich beim Essen im gemieteten Auto herausstellte, war dies einer der besten Sandwiches, die ich je gegessen habe.
Da Philadelphia die Geburtsstadt meines Gastvaters ist, hatten wir das Glück viele seiner alten Freunde und Familienmitglieder zu treffen und mit ihnen Zeit zu verbringen. So wie mit zum Beispiel Rob, dem besten Freund meines Vaters, der mit Frau und Kind am Rande der Hauptstadt Pennsylvanias wohnt. Dort haben wir die ersten Tage gefrühstückt und haben mit ihm Samstags auch die Tourismus- Highlights Philadelphias unsicher gemacht. Zu erst wurden wir durch die Hall of independence geführt, in der 1763 die Unabhängigkeit Amerikas von England besiegelt wurde. Das Haus war ursprünglich ein Kongress Haus und wurde im Geburtsjahr des ersten Präsidenten George Washingtons, 1833, erbaut. Dieses Gebäude ist wie der Großteil Philadelphias Teil der Ziegelbauten, die etwas an die europäische Architektur erinnern.


Danach sind wir durch das Haus von Betsy Ross getourt. Diese hat die ursprüngliche Flagge der Vereinigten Staaten designed. Schauspieler sind in dieser Tour in die verschiedenen Rollen der Hausbewohner geschlüpft, was das ganze viel anschaulicher und spannender gestaltet hat.

 Ebenso haben wir die Liberty Bell, eines der Wahrzeichen Philadelphias gesehen. Diese wurde geläutet, als die Unabhängigkeitserklärung am 8. Juli 1776 zum ersten Mal in der Öffentlichkeit verlesen wurde. Noch bevor die erst gegossene Glocke allerdings geläutet wurde, war ein Riss festgestellt worden, woraufhin sie erneut gegossen wurde.
Die Glocke trägt die Inschrift: Proclaim Liberty throughout all the land unto all the inhabitants thereof (Verkünde Freiheit im ganzen Land für all seine Bewohner).

Mittags haben wir dann in dem Reading Terminal Market ein Cheesesteak gegessen. In der Markthalle gibt es unterschiedlichstes Essen und die Leute strömen durch die Stände in Massen. Den Verdauungsspaziergang haben wir zu dem berühmten Love Sign unternommen und sind dann erschöpft wieder heim gefahren. 


Tag zwei hat mit einem weiteren Frühstück bei Rob begonnen. Nach einem Abstecher in einem Thrift Store sind wir dann auf die Southstreet gegangen. Dies ist eine Ost- West Straße mit vielen Läden zum Bummeln. Dort haben wir dann auch ein Open- Air Museum entdeckt, welches einen Garten darstellte der mit Mosaiken und Gemälden bedeckt war. 
Zu Abend wurden wir in ein schickes Restaurant von Katies Tante und Onkel eingeladen. Auf der Fahrt zum Restaurant sind mir die vielen Wandgemälde an den unterschiedlichsten Orten in Philly aufgefallen, die der Stadt noch mehr Pepp geben.
Am dritten Tag sind Katie und ich morgens Sport machen gegangen und haben uns dann in Eagles Klamotten geschmissen (das ist das Football Team Philadelphias) um eine private Tour durch das Stadion zu bekommen. Wir haben dort Einblick in die Umkleideräume der Spieler, sowie Presseräume und einen simulierten Einlauf auf das Spielfeld miterleben dürfen. Das war definitiv das Highlight meines Gastvaters, der sich unglaublich über einen Reißzwecken, den er im Umkleideraum gefunden hat, gefreut hat. 
Nach einem weiteren Cheesesteak und Cannolis zum Nachttisch ging es zum Abendessen zu Joes Onkel Paul. Dort war die ganze Philadelphia Sippe vereint und es wurde viel gelacht und getrunken.
Den letzten Tag in Philly haben wir mit einem Frühstück in einem typischen Diner in Joes Kindheitsnachbarschaft begonnen, die wir anschließend ganz detailliert besichtigt haben. Nach einem Bild mit der Rocky Statue vor dem Arts Museum Philly´s sind wir wie in den Rocky filmen die Treppen zum Museum hochführend hoch gerannt und konnten dann einen tollen Ausblick über die gesamte Stadt genießen. Am Abend waren wir dann noch auf einem Basketball Spiel der Stadteigenen "76ers". Den Sieg hat der Anblick der Basketballlegende Allen Iverson noch besser gemacht, der gerade an diesem Abend auch das Spiel im Stadion angeschaut hat. Danach sind wir schnell ins Hotel, um genügend Schlaf für den anstehenden großen Tag zu sammeln...
Doch dazu mehr im folgenden Post.

Alles Liebe
Clara

Sonntag, 3. März 2019

Was innerhalb der letzten Wochen so passiert ist...

Hallöchen,
wie es der Blogtitel schon so schön verrät möchte ich euch einfach mal generell über die Highlights der letzten Wochen auf dem laufenden halten.
Nach dem Cougartown wurde ich bei einer Freundin auf eine kleine Feier im kleinen Kreis eingeladen, auf der ich viele neue Leute treffen konnte und viel Spaß hatte. Das hat mich dort sehr an Deutschland erinnert: viele verrückte und ganz diverse Gespräche mit Fremden Leuten auf einer kleinen Party mit guter Musik!

Einige Tage später durfte ich dann mit meinem Unified Team (das sind die Schüler mit geistigen Behinderungen) an einem Cheerleading Wettbewerb organisiert von den Paralympics teilnehmen. Der Wettbewerb hat an unserer Schule stattgefunden und somit habe ich früh morgens die Wände dekoriert, Cheerleadermatten ausgelegt und bei der Technik geholfen. Später sind dann die anderen zwölf Teams eingetrudelt und begonnen wurde mit ein paar Partytänzen um alle wach und motiviert zu bekommen. Dann wurden, wie bei einem echten Wettbewerb, nach und nach die Teams angekündigt und konnten dann stolz ihre einstudierten Sprünge, Figuren und Anfeureungsrufe präsentieren. Unsere Schule hat es sogar auf den ersten Platz geschafft. Natürlich ging es nicht um den Sieg, sondern hauptsächlich darum, mit den behinderten Kindern etwas Gruppenstärkendes einzustudieren und vorzuführen.

Am darauf folgenden Wochenende habe ich dann meinen zweiten Highschool Tanz besucht mit einem guten Freund. Wir sind davor einen riesigen Burger Essen gegangen, um ihn dann später wieder weg zu tanzen. Insgesamt ein toller Abend!

Und jetzt mein persönlicher Lieblingspart der letzten Monate: Leichtathletik. Die Leichtathletik Saison hat nämlich offiziell begonnen und ich habe es glücklicherweise in das Team geschafft, dass an Wettkämpfen antreten darf. Mein erster Wettkampf war gestern und er ist erstaunlich gut gelaufen. Früh morgens sind wir also an einem Samstag Morgen losgefahren um zu einer anderen Highschool zu gelangen, die Schulen aus dem ganzen Umfeld eingeladen hat. Überall tummeln sich dann Athleten unter ihren Ständen, die vor Wind und Wetter schützen, alle in unterschiedlichen Farben. Es war beeindruckend und auch einschüchternd, da jeder irgendwie einen Plan hatte wann man in den Aufwärmungsbereich geht, wann man antritt und vor allem wie man seine Wettrennen am erfolgreichsten rennt. Ich war sehr nervös aber habe mit der Hilfe meiner Trainerin immerhin einen Platz genau in der Mitte bei meinen zwei Disziplinen erreicht (400m und 800m sprint). Ich freue mich jetzt schon mich zu verbessern und mehr Zeit mit meinem Team zu verbringen.
Das waren jetzt mal die Erlebnisse der letzten Wochen, von denen ich euch berichten wollte.
Diesen Freitag fliegen wir nach Philadelphia, Pennsylvania- da gibt es dann bestimmt mächtig viel zu berichten.
Bis dahin haltet die Ohren steif,
Clara

P.S.: Ich bin hier jetzt schon seit über 200 Tagen!

Sonntag, 17. Februar 2019

Cougartown

Hallo ihr Lieben!
Vergangene Woche habe ich Mittwoch bis Samstag im Norden Arizonas auf einem Camping Gelände mit Holzhütten und viel Natur verbracht. Wieso? Davon möchte ich euch nun berichten.
Jährlich ernennt meine Schule circa fünf Prozent der Schüler zu Abgeordneten, die im Februar für vier Tage vom Unterricht entschuldigt werden und gemeinsam in ein Camp fahren. Dessen Fokus liegt darin den Schülern die Augen zu öffnen bezüglich Geschlechtern und kultureller Diversität und gleichzeitig Gemeinsamkeiten zwischen allen Menschen zu erkennen. Man nimmt teil in großen Gruppen Aktivitäten sowohl als auch kleinen Diskussionsgruppen, um von anderen zu lernen, sich selbst mitzuteilen, sich zu öffnen und als Vorbild und Leiter einer Gruppe zu wachsen.
Das mag wohl Sinn machen, doch wie kann man eine so große Gruppe an Schülern in so kurzer Zeit so sehr berühren und wirklich einen positiven Einfluss nehmen?
Erst ein mal wurden uns die Handys abgenommen, was auf jeden Fall zu echteren Konversationen und Offenheit geführt hat. Nach ein paar kennenlern- Spielen haben wir den Mittwochabend bis spät in die Nacht (1 Uhr) damit verbracht, über verschiedene Ethnien zu reden und welche Vorurteile die Gesellschaft und man selbst mit ihnen verbindet. Dadurch, dass wir eine so unglaublich bunte Gruppe waren, waren Native Americans, Afro Amerikaner, Hispanics, Europäer, Afrikaner, Asiaten und Leute des Mittleren Ostens vertreten. Nachdem die Listen angefertigt waren, haben diejenigen, die sich dieser Gruppe angehörig fühlen die Liste vorgelesen. Es hat geschmerzt zu zusehen, wie viele Vorurteile die Betroffenen verletzt haben. Danach ging es dann im generellen um Diskriminierung. Es gibt 9 Stufen der Diskriminierung:
1. Verallgemeinerung
2. Stereotypen
3. verbale Diskriminierung
4. Vermeidung
5. Ausschluss
6. körperliche Gewalt
7. Mord
8. Genozid
9. "R2D3" das bedeutet ungefähr, dass man die Diskriminierung gut redet und Ausreden findet.
Zu jedem Level haben die leitenden Schüler und Lehrer eine kleine Schauspielszene vorbereitet um das so eben gelernte besser zu veranschaulichen. Sie haben es so real vorgespielt, dass es viele zu Tränen gebracht hat. Nach jeder Aktivität wurden Gefühle und nach dem Grund und den Folgen des Getanen gefragt und gemeinsam besprochen, so dass niemand überfordert war. Der langen Nacht folgte ein kurzer Schlaf und dann der Start in einen neuen Tag. Dieser war den Geschlechtern gewidmet. Wieder wurden Listen angefertigt, wobei die Jungen und Mädchen allerdings getrennt waren.  Beide hatten die gleiche Arbeitsanweisung: Was sind Frauen/Männer? Was sollen Frauen/ Männer sein? Diese Fragen sollten mit dem persönlichen Empfinden und bekannten Vorurteilen oder generellen Meinungen der Gesellschaft beantwortet werden. Am Abend wurden die Listen vom jeweils anderen Geschlecht vorgelesen. Über den Tag verteilt haben wir über die typische Rollenverteilung gelernt und wie zum Beispiel Werbesendungen oder Plakate dies uns im Unterbewusstsein ein. Es wurde auch über Redewendungen, wie "Männer weinen nicht" oder "Das ist nicht Lady-like" geredet und wie das uns beeinflusst. Danach wurden Statements vorgelesen, wie "wer sich schon einmal nicht männlich gefühlt hat, soll aufstehen" oder "Habt ihr schon einmal jemandem weh getan, um eure Männlichkeit zu beweisen" und so weiter. Dies hat uns gezeigt, dass viele Jungen und Mädchen sich Verhaltensweisen angewöhnen die nicht ihrer Persönlichkeit, aber der Gesellschaft entsprechen. Besonders emotional war eine große Gesprächsrunde, in der alle Mädchen unter sich waren und Geschichten aus ihrem Leben geteilt haben, die sie meistens noch niemandem anvertraut haben. Es hat mir wehgetan zu sehen und hören, wie viele Mädchen schon belästigt oder berührt wurden und wie viele ohne eine Vorbildsfigur aufgewachsen sind oder diese bereits verloren haben. Wir, als neue Schwestern, haben uns dadurch aber sehr stark aneinander gebunden und geöffnet und viele haben nach Jahren endlich damit begonnen ihre Vergangenheit zu verarbeiten.
Der Freitag hat sich im großen und ganzen dann darum gedreht unsere Unterschiede zu feiern und uns trotzdem miteinander zu verbinden. Wir haben einen Kultur Abend vorbereitet, in dem wir uns in Gruppen, wie Athleten, Künstler, Kindern von Immigranten, Gläubigen, Kämpfern und mehr aufgeteilt haben und ein kleines Theaterstück vorbereitet haben, in dem wir diese Gemeinsamkeit darstellen und eine tiefere Botschaft vermitteln. Es war lustig und traurig, jedoch war mein Lieblingsmoment an diesem Abend nach dem Programm, als ein enger Freund von mir sich als schwul geoutet hat.
Der Samstag war dann für mich emotional am schwersten zu verarbeiten. Ohne uns zu erklären, um was es geht und nur mit der Anweisung, dass jegliche Kommunikation verboten sei wurden wir nach Geschlecht und Ethnie aufgeteilt. Die Weißen durften Frühstücken gehen, dort war ich dann und habe mir zu diesem Zeitpunkt noch nichts genaues dabei gedacht. Nach einer Weile sehe ich draußen meine liebsten Freunde in der Kälte warten, ohne sich zu rühren. Als erste bin ich dann nach draußen, mit der Idee, dass es bestimmt eine Lösung gäbe. Nach und nach haben dann Schüler versucht die noch draußen stehenden zum Essen zu bekommen und ins Warme zu bringen. Doch die konnten nur mit "No mixing race " antworten. Es war unglaublich traurig und zum Verzweifeln, da man trotz jedem Versuch nicht helfen konnte. Die Mehrheit konnten wir überzeugen, doch ein paar Schüler blieben stark in ihrer Rolle und sind nicht reingegangen. Was mir aufgefallen ist, wie bunt mein Freundeskreis hier ist, denn meine Freunde waren überall verteilt und es hat mir das Herz gebrochen zu sehen, wie sie weniger wertig behandelt wurden.
Zum Glück wurde alles nach einer guten Stunde aufgelöst und wir hatten uns alle wieder. Diese Simulation hat uns allen gezeigt, wie unglaublich unfair es ist jemanden aufgrund seiner Hautfarbe oder Herkunft zu beurteilen.
Insgesamt haben die Tage mich insofern geändert, dass ich nicht mehr so schnell über Leute urteile und verstehe, dass jeder eine Geschichte zu erzählen hat. Ich will auch versuchen mehr Liebe für jeden zu verteilen und insgesamt eine positive Veränderung in unserer Gesellschaft zu bringen.
Ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit und für die vielen Freunde, die ich gefunden habe.

Das wars jetzt erst einmal
P.S.: Ein Eintrag mit den Bildern wird hochgeladen, sobald ich diese zugeschickt bekomme.

Samstag, 26. Januar 2019

WWE& neues Halbjahr

Hallo ihr Lieben,
nach einer Weile melde auch ich mich einmal wieder. Ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet und friert nicht all zu sehr.
Ich bin jetzt schon wieder seit fast einem Monat in der Schule, mit vielen Veränderungen, von denen ich gerne berichten will. Am ersten Schultag im neuen Jahr haben sich nämlich alle meine Fächer verändert, was bedeutet, dass ich mit komplett neuen Leuten und Lehrern meine restliche Schulzeit hier verbringen darf. Folgendes ist mein neuer Stundenplan:
1. Recreational Sports: das ist ganz gewöhnlicher Sportunterricht, in dem man spielerisch verschiedenste Sportarten ausprobieren kann- sehr entspannt
2. Jazz Band: nach einem erfolgreichen Vorspiel auf dem Klavier wurde ich in die Jazz Band aufgenommen. Das fordert mich nun ziemlich, da die Mitglieder sehr viel über Musiktheorie wissen und ich da noch Schwierigkeiten habe mich einzuarbeiten... aber langsam wird es besser. Mit der Jazzband werden wir auch viele Auftritte haben.
3. Dann habe ich Mittagspause: das paradoxe ist, es ist noch früh am Morgen und zwar um 10.30 Uhr.
4. Unified Dance: das ist Tanzunterricht mit geistig und zum Teil auch zusätzlich körperlich behinderten Schülern. Dazu habe ich im vergangenen Jahr eine Bewerbung geschrieben und wurde glücklicherweise in das Unified Programm aufgenommen. Inklusion ist quasi das Aushängeschild meiner Schule hier und ein Teil davon zu sein ist eine große Ehre für mich. Im Unterricht habe ich dann die Rolle des Partners von dem Tänzer. Es geht also offensichtlich darum, dass ich als Lehrerassistent meinem zugewiesenen SchülerIn Grundlagen des Tanzens beibringen, mit dem Schwerpunkt Brücken und Freundschaften zu bilden. Das Fordert mich zwar manchmal, da aufgrund von manchen Behinderungen das Sprechen den Kindern schwer fällt und ich dadurch Verständnisprobleme habe, aber da ich nebenbei versuche Gebärdensprache zu lernen, wird das auch einfacher.
5. AZ/US History: zu guter Letzt habe ich dann noch Geschichtsunterricht, der sich allerdings nur auf die USA und im Detail auf Arizona bezieht. Ich freue mich jetzt schon darauf, die "Amerikanische Sicht" im Gegensatz zu der Deutschen kennenzulernen.

Soviel also erst mal zu meinem Schultag. Jetzt zu einem besonderen Event, welches vergangenen Freitag stattgefunden hat. "WWE (World Wrestling Entertainment)" hat nämlich einige Stars an unsere Schule geschickt. WWE ist quasi das NFL des Footballs oder die Bundesliega des Fußballs. Sie sind Sponsoren der "Special Olympics". Das ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung. Sie ist vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannt und darf als einzige Organisation den Ausdruck "olympics" weltweit nutzen. Sie unterscheiden sich von den Paralympics dadurch, dass dort Menschen mit Körperbehinderung teilnehmen. Diese sind Teil unseres Unified Schulprogramms, in dem seit diesem Halbjahr auch tätig bin.
Die WWE Wrestler (Carmella, Apollo Creed) haben jeweils ein Team von den Behinderten für ein Football Spiel gecoacht, dass die ganze Schule angeschaut hat. In der Halbzeit habe ich dann mit der Tanzgruppe einen Tanz aufgeführt. Insgesamt war die Herzlichkeit und Integration völlig überwältigend. https://www.mandatory.com/wrestlezone/news/1048081-carmella-special-olympics-dance-break-wwe#/slide/1 (hier ein Link zu einem Internet Bericht zu dem Event) Die Erfahrung war unglaublich und ich nehme aus dem ganzen Programm unglaublich viel mit.
https://www.msn.com/en-us/sports/nflvideos/kellis-unified-sports-highlight-reel-espn/vi-BBQkWw3 (hier ein Link zum gesamten unified Programm)
live Aufnahme:
https://livestream.com/accounts/5145446/events/8538890/videos/186311907

Das war es jetzt erstmal von mir
Eure Clara

Erster Post

Das zweite Geschlecht (The Second Sex)

Vor 70 Jahren veröffentlichte die französische Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir ihre Schrift "Le Deuxième Sexe"...